1860 gewann das Meteorological Office einen Vorteil gegenüber dem Wetter: den elektrischen Telegrafen. Beobachtungen von der Küste konnten London erreichen, bevor dasselbe Wetter einen anderen Küstenabschnitt erreichte.1
Robert FitzRoy leitete seit 1854 die meteorologische Arbeit des Board of Trade; damals ging es vor allem um Beobachtungen für die Schifffahrt und um Klimatologie. Der Untergang der Royal Charter im Sturm vom Oktober 1859 veränderte die Debatte. FitzRoy nutzte diesen Sturm und andere Fälle, um zu zeigen, dass sich gefährliches Wetter über ein Netz verfolgen ließ, statt in jedem Hafen erst bei seinem Eintreffen entdeckt zu werden.1
Der Trick lag in der Geschwindigkeit. Berichte von der Küste wurden telegrafisch an das Meteorological Office geschickt und zu Daily Weather Reports zusammengeführt; der früheste bekannte erhaltene Bericht im Archiv trägt das Datum 3. September 1860.2 Das Amt konnte Bedingungen an verschiedenen Orten vergleichen, während sich die Atmosphäre noch zwischen ihnen bewegte.
Danach musste London die Schlussfolgerung wieder hinausschicken. Wenn FitzRoy einen Sturm für wahrscheinlich hielt, musste die Warnung die bedrohte Küste früh genug erreichen, um noch einen Unterschied zu machen.3
Die Lösung benutzte denselben Telegrafen in Gegenrichtung. Eine Warnung ging an die betreffende Küstenstation und wurde dort zu etwas, das ein Schiff sehen konnte: Leinwandkegel und -trommeln, die an einem Mast oder einer anderen gut sichtbaren Stelle gehisst wurden.4 Das Signal konnte anschließend von Küstenwache oder anderen autorisierten Stationen entlang der Küste wiederholt werden.4 Das Warnnetz endete also in einem Stück Geometrie, das in der Luft hing.
Am 5. Februar 1861 wurde die erste telegrafische Sturmwarnung ausgegeben.14 Es war eine Gefahrenwarnung für die Schifffahrt und keine allgemeine tägliche Wettervorhersage: Bestimmte Küstenabschnitte galten als von gefährlichem Wetter bedroht, und das Signal richtete sich an Menschen, die entscheiden mussten, ob sie auslaufen wollten.
FitzRoys bekanntere öffentliche Vorhersagen kamen später. Am 1. August 1861 veröffentlichte er in The Times eine Vorhersage für die Allgemeinheit. Sie nutzte denselben wachsenden Strom von Beobachtungen, besaß aber nicht die staatliche Autorisierung, die hinter dem Sturmwarndienst stand.2 Warnnetz und Zeitungsvorhersage waren verwandte Experimente mit unterschiedlichen Zwecken und unterschiedlichen Startdaten.
Eine Warnung konnte einen Hafen erreichen, ohne ein Schiff dort festzuhalten. Die Häfen mussten das Telegramm empfangen und das Signal zeigen; jeder Seemann entschied weiterhin selbst, ob er danach handelte. Das Netz bewegte Informationen schnell. Gehorsam blieb hartnäckig lokal.
FitzRoys Dienst wurde in den Seefahrtsgemeinschaften populär, während die wissenschaftliche Kritik an Wettervorhersagen anhielt. Nach seinem Tod 1865 wurde der Sturmwarndienst infolge des umstrittenen Galton-Berichts am 7. Dezember 1866 eingeschränkt.3
Darauf folgten öffentlicher Druck und Fragen im Parlament. Der Warndienst wurde ab dem 30. November 1867 wieder aufgenommen; die erste Warnung nach der Wiederaufnahme erging am 10. Januar 1868.3